Der Fuchs zieht durch den Wald, er ist schon hutzealt, ...

Der Fuchs zieht durch den Wald, er ist schon hutzealt, ...

Frühlingserwachen im Schwarzbachtal. Die Füchse des Waldes spüren den Frühling in ihrer Schwanzspitze. Alle sind ausgehungert nach dem langen, harten Winter. Höchste Zeit für einen Festschmaus - eine leckere Hagebuttensuppe. Doch die jungen wilden Füchse treiben es gar zu bunt und aus der Hagebuttensuppe wird erst einmal nichts. Bis der alte Lothar das Ganze in die Hand nimmt und grimmig mit gerolltem Fuchs in Hagelbutter droht...

Eine liebenswerte und humorvolle Geschichte über junge Wilde und Alte, über die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und das Verständnis füreinander.


Publikation

Verflixt und Zugefuchst

Verflixt und Zugefuchst
Edition:E-BookEdition Krümel
ISBN:print 978-3-938932-28-5, ebook 978-3-938932-35-3
Einband:Taschenbuch
Seiten / Umfang:36 Seiten
Maße:14,0 cm x 17, 5 cm
Preis:4,50 € inkl. 7% MwSt

...zur Publikation

Leseproben & Infos

Bilder von Steffen Kraushaar aus Chemnitz

Verflixt und Zugefuchst

... Es geht auf Mittag zu und Lothar ist gerade damit beschäftigt, knorrige Äste und verklumpte Blätterhaufen beiseitezuräumen. Frühjahrsputzen nennt er das.

Die anderen Füchse machen es ihm nach, fegen und räumen und strengen sich an. Denn wer es im Leben zu etwas bringen will, der muss den schlimmen Tagen nur ordentlich die Zähne zeigen. Steine und so Sachen aus dem Weg räumen, genau das sagt der Lothar immer. Hinter den Tannenzweigen hocken die Kaninchen mit großen Augen und fragen sich, was die Füchse Närrisches treiben. Da will das Fuchsvolk nicht schlafen und es will auch nicht jagen, es will Steine und Blätter hinter Bäumen verstecken, stundenlang. Heilige Hasenbohne, es ist nicht zu fassen. Zu aller Verwunderung blubbert in einiger Entfernung eine Hagebuttensuppe vor sich hin. In einem großen Topf, damit es auch für alle reicht. Und so langsam breitet sich der Duft, ein unerhörter Suppenduft, im Wäldchen aus. Schwirrt den Füchsen um die Nase, dass ihnen ganz schwummrig wird. Wie soll Fuchs da vernünftig an ein Weiterputzen denken? Könnte ein jeder doch wenigstens in diesen Duft hineinbeißen. Ja genau, könnte er schmecken, was er riecht und sich den Bauch damit vollstopfen. Das wäre was! Eine Luft voller Duft nach einem guten Essen macht aber nicht satt, sie macht hungrig und hungriger. Also gibt es kein lustiges Luftschnappen, es gibt dicke Luft und bald schon ein gewaltiges Magenknurren. Ein Knurren und Grummeln und Fegen und Bummeln.

Und hier, ganz in der Nähe? Ein Keuchen und Fleuchen im dichten Gestrüpp. Es nähert sich sprunghaft, raschelt, springt mit einem Satz aus dem Knallerbsenbusch heraus. Ein kleiner Fuchs. Und noch einer! Und einer schießt am Busch vorbei. Drei - nein, vier junge Füchse fegen vorrüber, ganz ohne Besen. Als wäre dieser Frühjahrsputz wahrhaftig hinter ihnen her. Im hohen Bogen springen sie vorbei an verdutzten Kaninchenaugen und mindestens einem Dutzend Blätterhaufen, überall. Die Blätterhaufen rühren sich nicht von der Stelle. Das Fell der Kaninchen aber sträubt sich bei so einem Angriff. Rot sehen sie, ein glänzendes Fuchsrot, legen flink die Ohren an, recken den Kopf nach vorn und los geht es. Nichts wie weg hier! Ein Hoppeln, wohin das Auge reicht. Und merken dabei nicht einmal, dass diese Füchslein überhaupt nicht folgen wollen. Viel lieber toben sie, quietschen und erschrecken einander. Schon fliegt der erste Tannenzapfen durch die Luft, knapp an einem Fuchsohr vorbei. Gleich einer hinterhergeschickt. Flink abgeduckt - daneben. Größer und klumpiger werden die Wurfgeschosse. Um einiges unsinniger wird das Treiben.

„Hier ein Klumpen, da ein Klumpen, und am Rande nichts als Lumpen“, krakeelen sie angriffslustig durcheinander und werfen dabei mit allem, was sie nur schnell genug finden können. Der Jux steckt im Fuchs, hier haben wir‘s. „Hey, hey, was macht ihr denn da? Habt ihr nichts Besseres im Sinn, als euch mit Erdklumpen zu bewerfen? ...